Günstige Smartphones – gebraucht oder neu?

Das Smartphone: Alltagsbegleiter, Unterhaltungsplattform und Lebensretter in einem. Kaum jemand mag noch auf die Vorzüge des cleveren Hightech-Handys verzichten, doch für Spitzenmodelle verlangen Größen wie Apple, HTC und Samsung schnell an die 1.000 Euro. So greifen immer mehr Menschen zu einem Mittelklassemodell und geben sich mit der Technik „von gestern“ zufrieden. Ebenso beliebt und sinnvoll: Der Kauf eines gebrauchten Spitzenmodells. Wir verraten, für wen sich welche Option lohnt.

Neu und dennoch alt: Mittelklassemodelle direkt vom Verkäufer

Größer, schneller, besser: Der Trend zur Superlative macht sich auch im Telekommunikationssektor bemerkbar. Doch die neuesten Prozessoren und Grafikeinheiten können ihre volle Leistung bei Standardaufgaben meist gar nicht entfalten: Erst aufwendige Games und Multitasking bringen die Superhandys von heute ins Schwitzen. Für alle mit weniger großen Ambitionen und weniger prall gefüllten Portemonnaies stellt der Kauf eines neuen Handys mit gemäßigter Leistung demnach eine gute Alternative dar. Dank der vollen Garantieleistung werden Schadensfälle beispielsweise Sachen des Herstellers.

Außerdem kommen Software-Entwickler kaum den Riesenschritten der Hardware-Evolution hinterher: Rund 95 Prozent der Apps sind auf ältere CPU- und GPU-Komponenten ausgerichtet, sodass nur selten das volle Potenzial eines Oberklassen-Smartphones ausgespielt werden kann. Und: Der Vorteil der Luxusdesigns wurde von Marken wie Xiaomi und Huawei längst getilgt, denn mit den Mi- und P-Modellen solch marktführender China-Riesen etwa findet überholte, jedoch völlig ausreichende Technik, umhüllt von ansehnlichen Metall-, Glas- und Keramikverkleidungen in der Hosentasche Unterschlupf.

Gebraucht, aber auf Top-Niveau: Smartphones aus zweiter Hand

Die zweite Sparmaßnahme zielt auf alle, die die Finger nicht von der Creme de la Creme der Mobilfunkwelt lassen können, aber dennoch auf ihre Haushaltskasse achten möchten, ab. Der Kauf eines aktuellen Gerätes, welches nur wenige Monate, wenn nicht sogar nur wenige Wochen genutzt wurde, stellt ebenfalls einen interessanten Ansatz dar: Auf dem neuesten Stand der Technik gewährleisten Top-Smartphones auch noch in ferner Zukunft einen ungebremsten Kommunikations- und Unterhaltungsspaß und übertreffen günstigere Modelle häufig spürbar in puncto Kamera und Sicherheit: Dual-Kameras samt Tiefenmesser, Iris-Scanner und Fingerabdrucksensor kommen derweil nur bei den Flagschiffen zum Einsatz.

Weiterhin könnte der Aspekt Highspeed-Internet eine Rolle spielen, denn in einigen auserwählten Städten sind durchaus LTE-Verbindungen nutzbar, sodass dort zumindest theoretisch auf DSL-Niveau durchs World Wide Web gedüst werden darf. Allerdings haben Gebrauchthandys in Sachen Garantie beziehungsweise Gewährleistung das Nachsehen – zumindest, sofern von Privatverkäufen Gebrauch gemacht wird.

Zu guter Letzt hat der Kauf eines gebrauchten Smartphones auch umweltbezogene Vorteile: Benötigte Rohstoffe wie seltene Erden etwa werden in Ländern der Dritten Welt unter katastrophalen Bedingungen abgebaut, für die Herstellung der Geräte sowie deren Transport fallen etliche Tonnen Schadstoffe an und die Entsorgung des Altgeräts belasten ebenfalls Mensch, Tier und Natur. Nicht zuletzt die berühmt berüchtigte Plastikinsel im Pazifischen Ozean, die mittlerweile auf die Fläche Indiens angewachsen ist, zeugt von dieser Entwicklung. Dass sich Projekte wie das Fairphone nur kaum durchsetzen, erscheint unter diesem Gesichtspunkt durchaus besorgniserregend.

Auf den Punkt gebracht
Solide Leistung, vollen Gerätesupport und den „Hauch von Neuware“ – dies bieten neue Mittelklasse-Smartphones allemal. Zudem machen die kleinen Alleskönner auch optisch gesehen einiges her und müssen lediglich bei einem Bruchteil aktueller Anwendungen passen oder minimale Abzüge in den Bereichen Kamera und Authentifizierung offenbaren. Wer auf solch Qualitäten nicht verzichten kann, findet in gebrauchten Spitzen-Smartphones eine willkommene Alternative: Hier liegt die Zukunft wortwörtlich in den Händen des Käufers, doch die aktuellsten Smartphones sind zumindest im tadellosen Zustand nicht so günstig wie viele Schnäppchen aus dem Mittelklassesektor. Immerhin: Schlägt das Herz nicht nur für Top-Technik, sondern auch für die Umwelt, spricht nur wenig gegen den Griff zum Gebraucht-Spitzen-Smartphone.